VV: Loveletting

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VV: Loveletting

In der alternativen Rockgeschichte des 21. Jahrhunderts gibt es nur wenige Künstler, die einen längeren oder merkwürdigeren Schatten werfen als der finnische Love-Metal-Pionier Ville Valo. Immerhin gehörte seine Band HIM zu den kultigsten und eigenwilligsten Gruppen des Jahrtausends. Eifrig verehrt, schadenfroh geschmäht, aber unmöglich zu ignorieren, hinterließ ihre Musik einen unauslöschlichen Eindruck bei einer weltweiten Legion von Fans. Die scharlachroten Buchstaben standen für His Infernal Majesty. Ihr Gründer stand für etwas, das mit dem Status quo in keiner Weise übereinstimmte.
Inspiriert von Poe bis Bukowski und mit einer Vorliebe für parfümierte Sabbath'sche Düsternis, brachte Valos kreatives Kind acht epochale Studioveröffentlichungen und über zehn Millionen verkaufte Tonträger hervor, nicht zu vergessen eine Grammy-Nominierung, zahllose Magazincover, Kritikerlob und den Erfolg der Band. So war es keine Überraschung, dass die Nachricht von einer Abschiedstournee im Jahr 2017 unter den Anhängern mit Schock und Unglauben aufgenommen wurde und endlosen Spekulationen darüber, was oder wer den Samtmantel übernehmen würde.
"Loveletting", die erste Single aus VVs Debütalbum 'Neon Noir', das Anfang 2023 erscheint, lässt vermuten, dass diese neue infernalische Mischung aus Licht und Schatten nichts weniger als ein Meilenstein einer der markantesten und faszinierendsten Stimmen der modernen Musik sein wird. Es gehört in die gleiche verlassene Welt des Kummers und der Launen, die Valo einst in HIM erdachte und beherrschte, aber mit den nuancierten Noten eines feinen, gereiften Cabernets.